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Artikel vom Mittwoch, 17. Mai 2017

Dringender Rede- und Handlungsbedarf

René Rudorisch: "Mein Gefühl sagt mir, dass am Standort Bayreuth vieles möglich wäre"

Gmbh-Geschäftsführer Matthias Wendel wird dem Verein (im Hintergrund Ex-Vorstand Don Langlois) unter die Arme greifen müssen.
Foto: Rudi Ziegler

Vor knapp einer Woche gingen die Verantwortlichen des Stammvereins EHC Bayreuth "die Tigers" e.V. mit einem Hilferuf über den Nordbayerischen Kurier zur zukunftsgefährdenden finanziellen Lage im Verein an die Öffentlichkeit. Am heutigen Mittwochabend wird in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung der Bayreuth Tigers Eishockey GmbH über die Situation in der Hauptstadt Oberfrankens beraten. Am Freitag ist ein Treffen zwischen GmbH und Stammverein anberaumt. Die Fans der Tigers können nur hoffen, dass der Club danach eine Lösung präsentieren kann. Die Zeit bis zur Lizenzierung in der DEL2 drängt.

Zu kämpfen hat der Stammverein mit Forderungen der Deutschen Rentenversicherung aus der Zeit 2013 bis 2016. Darüber hinaus ist auch an die Berufsgenossenschaft eine Summe von 71.500 Euro sofort fällig. Wie der Stammverein am Dienstagabend mitteilte, gibt es verschiedene Gründe, die nun dafür sorgen, dass der EHC Bayreuth "die Tigers" e.V. die Summen aktuell nicht aufbringen kann. "Niemand der aktuellen Vereinsführung war an den Entscheidungen, die zur Entstehung der jetzigen Situation führten, aktiv beteiligt, sondern wir versuchen nur, die Lage aufzuarbeiten und hiermit einen Stand der Dinge zu geben", so heißt es in der Mitteilung.

Als Gründe, wieso sich die Rechnung für die Bayreuther nicht aufgeht, zählt der Club einerseits eine Fehlkalkulation im Bereich Zuschauereinnahmen auf. "Der angesetzte Mittelwert hatte einen deutlich zu großen Sitzplatzanteil, der so in Bayreuth noch nie erreicht wurde", teilte der Verein mit. Darüber hinaus führt der Stammverein Prämienzahlungen auf, welche die Tigers-Spieler für den Klassenerhalt und den Playoff-Einzug erhielten. So wird die starke sportliche Saison jetzt sogar noch teilweise zum Boomerang.

Abschließend lässt die Vereinsführung verlauten: "Wir arbeiten trotz aller Schwierigkeiten weiter intensiv an einer sportlich höchstmöglichen Zukunft des Bayreuther Eishockeys. Alle Unterlagen für die Lizenzierung wurden von uns laut Kooperationsvertrag in Auftrag gegeben bzw. bereitgestellt. Wir wollen alles tun, was möglich ist, auch in der kommenden Saison hochklassiges Eishockey in Bayreuth zu sehen, brauchen dazu aber auch einen lebensfähigen Stammverein für unseren Nachwuchs. Und es ist unser Auftrag als Vertreter des Vereins, diesem das Überleben zu sichern."

"Das ist eine öffentliche Diskussion, die so keiner braucht - weder der Standort noch die Liga", so die erste Reaktion von DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch über den Zoff am Standort Bayreuth zwischen Stammverein und der neu gegründeten GmbH um den Ex-Vorstand des Vereins, Matthias Wendel. "Mein Gefühl sagt mir nämlich, dass am Standort Bayreuth vieles möglich wäre", so Rudorisch weiter.

"Die GmbH muss sich bewusst sein, dass sie dem Verein finanziell aushelfen muss", meint Rudorisch. Ein DEL2-Aus der Bayreuth Tigers nach nur einer Saison wäre sportlich äußerst schade. Der Aufsteiger aus Oberfranken konnte in seiner Premieren-Saison alle überraschen und bis ins Playoff-Viertelfinale einziehen.

Sebastian Groß


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