Anzeige
Lesenswert (2) Empfehlen

Artikel vom Sonntag, 8. Oktober 2017

Die NHL am Samstag

Ovechkin mit historischem Saisonstart, Rieders erstes Saisontor reicht Coyotes nicht und J.T. Brown protestiert

Protest: Tampas afroamerikanischer Flügelstürmer J.T. Brown (27) reckte vor der 4:5-Niederlage bei den Florida Panthers während der US-Nationalhymne seine rechte Faust in die Höhe.
Foto: imago

Nein, einen besseren Saisonstart als Alexander Ovechkin ihn gerade erlebt kann man eigentlich gar nicht haben: Der russische Star-Stürmer der Washington Capitals hat nach den ersten beiden Begegnungen der neuen NHL-Spielzeit 2017/18 nämlich bereits sage und schreibe sieben (!) Saisontreffer auf seinem Konto. Nachdem dem 32-Jährigen schon zum Auftakt bei den Ottawa Senators ein Hattrick gelungen war, erzielte Ovechkin nun in der Nacht zum Sonntag deutscher Zeit beim 6:1-Heimerfolg über die Montreal Canadiens sogar gleich vier Tore. Der Linksaußen ist damit der erste NHL-Akteur seit der Spielzeit 1917/18 (!), der in seinen ersten beiden Saisonpartien jeweils mindestens dreimal traf. Damals war dieses Kunststück mit Cy Denneny, Joe Malone sowie Reg Noble gleich drei Spielern gelungen. Ovechkin hatte unterdessen nach dem deutlichen Erfolg über die Canadiens eine launige Erklärung für seinen sensationellen Saisonstart parat: "Immer wenn die Schwester meiner Frau zu Besuch da ist, mache ich einen Hattrick. Für Montag ist ihre Abreise geplant. Ich muss wohl mit jemandem sprechen, damit sie noch mit nach Tampa kommt."

Neben Ovechkins Viererpack außerdem bemerkenswert beim zweiten Saisonsieg der Capitals, die nach nicht einmal drei Spielminuten bereits mit 3:0 führten: Linksaußen Nathan Walker, seines Zeichens der erste australische Spieler der NHL-Geschichte, erzielte bei seinem Debüt in der stärksten Liga der Welt direkt sein erstes Tor zum 6:1-Endstand für Washington. Der deutsche Goalie Philipp Grubauer kam bei den Capitals indes erneut nicht zum Einsatz.

Zuschauen musste auch Thomas Greiss, der zweite deutsche Torhüter in der NHL, beim 6:3-Heimerfolg seiner New York Islanders über die Buffalo Sabres, bei dem die Islanders auch auf Nationalverteidiger Dennis Seidenberg verzichteten. Dagegen durfte Tom Kühnhackl den 4:0-Heimsieg seiner Pittsburgh Penguins gegen die Nashville Predators auch aktiv mitgestalten: Der 25-jährige Flügelstürmer verbuchte in etwas mehr als zehneinhalb Minuten Eiszeit jeweils zwei Torschüsse und Checks und ging mit einer positiven Plus/Minus-Bilanz von +1 aus der Neuauflage des Stanley-Cup-Finales der abgelaufenen Saison.

Die drei übrigen deutschen NHL-Profis, die in der Nacht zum Sonntag auch zum Einsatz kamen, mussten mit ihren Mannschaften hingegen Niederlagen hinnehmen. So gelang Tobias Rieder im Heimspiel gegen die Vegas Golden Knights mit einem Rebound nach einem Schuss von Jordan Martinook zwar sein erstes Saisontor für die Arizona Coyotes, doch trotz des Führungstreffers des Landshuters unterlagen die Wüstenhunde dem Liga-Neuling letztlich mit 1:2 nach Verlängerung. Leon Draisaitls Edmonton Oilers verloren unterdessen etwas überraschend mit 2:3 bei den Vancouver Canucks, und Korbinian Holzers stark ersatzgeschwächte Anaheim Ducks mussten sich den Philadelphia Flyers auf eigenem Eis mit 2:3 nach Overtime geschlagen geben. Sowohl Draisaitl als auch Holzer blieben dabei jeweils ohne Scorer-Punkt und verbuchten eine negative Plus/Minus-Bilanz von -1.

Neben dem Oilers-Gastspiel in Vancouver gab es in der Nacht zum Sonntag im Übrigen noch ein weiteres rein kanadisches Duell: Der 6:3-Heimerfolg über die Winnipeg Jets nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand gelang den Calgary Flames dabei allerdings noch ohne den erst am Montag verpflichteten Altstar Jaromir Jagr. Sogar noch deutlich torreicher als in Calgary verlief der Samstagabend derweil in Toronto: Die heimischen Maple Leafs verspielten gegen die New York Rangers zwar eine zwischenzeitliche 5:1-Führung, siegten nach drei Treffern im Schlussdrittel letztlich jedoch mit 8:5 und haben nach zwei Saisonspielen nun bereits stolze 15 Tore auf ihrem Konto.

In Sunrise erlebten die knapp 17.000 Zuschauer unterdessen schon vor dem 5:4-Heimsieg der heimischen Florida Panthers im Derby gegen die Tampa Bay Lightning einen bemerkenswerten Moment: Tampas Flügelstürmer J.T. Brown, einer von rund 30 farbigen Spielern in der NHL, reckte während der US-Nationalhymne seine rechte Faust in die Höhe und ist damit der erste NHL-Profi, der sich den bereits seit einiger Zeit andauernden Protesten afroamerikanischer Sportler gegen soziale Ungleichheit und Polizeigewalt gegen Farbige in den Vereinigten Staaten angeschlossen hat. Seine Geste erinnert an den berühmten Black-Power-Gruß der beiden afroamerikanischen Sprinter Tommie Smith und John Carlos während den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko. "Mir ist bewusst, dass es nun mit Sicherheit auch negative Reaktionen geben wird, aber in meinem Herzen weiß ich, dass ich das Richtige getan habe. Es gibt Dinge, über die einfach gesprochen werden muss", sagte Brown, für den es der erste Einsatz in der laufenden NHL-Hauptrunde war, der die gleiche Form des Protests allerdings auch schon vor einem Vorbereitungsspiel gegen die Panthers gewählt hatte.

Stefan Wasmer


Die Eishockey NEWS-App

Lesen Sie jetzt alles über die schnellste Mannschaftssportart der Welt auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Alle deutschen Ligen, die NHL und die europäischen Clubs finden Sie auf einen Klick. Mit allen Artikeln und Bildern.
iPhone  
Android  
 

Das könnte Sie auch interessieren

Die NHL am Mittwoch

Rieders Coyotes weiter sieglos, Vegas gewinnt auch gegen Buffalo, Kucherov trifft auch im siebten Saisonspiel

Tobias Rieder und die Arizona Coyotes verlieren auch ihr sechstes Saisonspiel und bleiben weiter das...

mehr dazu
Anzeige
Anzeige