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Artikel vom Montag, 19. Juni 2017

Thema Auf- und Abstieg

Befangenheitsantrag: DEL zweifelt den Vertreter der DEL2 an und verzögert damit die Besetzung des Schiedsgerichts

Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zu Auf- und Abstieg: DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.
Foto: City-Press

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat den von der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) ausgewählten Vertreter für das Schiedsgericht für befangen erklärt. Damit hat die DEL die finale Besetzung des Schiedsgerichts verzögert. Eine mögliche Entscheidungsfindung in Sachen Wiedereinführung von Auf- und Abstieg ist noch nicht absehbar.

Ein neuer Nebenschauplatz verhindert derzeit noch eine mögliche Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichts in Sachen Verzahnung zwischen DEL und DEL2. Die DEL erkennt den von der DEL2 vorgesehenen Vertreter im Schiedsgericht nicht an und erklärte ihn für befangen. Zur Erklärung: Das Schiedsgericht setzt sich aus drei Personen zusammen. Je ein Vertreter wird von der DEL und der DEL2 benannt. Der Hauptschiedsrichter wird dann von diesen beiden aus dem Pool der Richter beim Deutschen Sportschiedsgericht ausgewählt.

Der Streit um die Besetzung des Schiedsgerichts sorgt nun dafür, dass sich beide Parteien und das Schiedsgericht noch gar nicht um die eigentliche Frage kümmern konnten. Und die heißt nach wie vor: Waren die sechs von der DEL2 eingereichten Bewerbungen dem Vertrag zwischen beiden Ligen angemessen? Und insbesondere: War die Bankbürgschaft der Bietigheim Steelers für die Anforderungen der DEL ausreichend?

Dadurch, dass die DEL jetzt schon im Vorfeld den DEL2-Vertreter im Schiedsgericht anzweifelt, konnte die Klärung dieser eigentlich entscheidenden Fragen noch gar nicht in Angriff genommen werden. "Es wäre schön, wenn wir uns dem eigentlichen Thema annehmen könnten", so DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch, der über die Verzögerungen bei der Besetzung des Schiedsgerichts alles andere als erfreut ist.

Die DEL lehnt den von der DEL2 vorgesehenen Schiedsrichter für das Schiedsgericht wegen Befangenheit ab. DEL2-Geschäftsführer Rudorisch widerspricht dieser Ansicht jedoch vehement. "Befangenheit ist in dieser Sache ein sehr dehnbarer Begriff. Jemand ist noch nicht befangen, nur weil er schon einmal mit Eishockey in der DEL oder DEL2 zu tun hatte", meint Rudorisch. Und dazu kommt, dass es in der Entscheidung des Schiedsgerichts ja gar nicht um die Frage "Verzahnung - ja/nein" geht, sondern darum, ob die sechs abgegebenen Bankbürgschaften der DEL2-Clubs rechtlich wirksam sind. Die grundsätzliche Vereinbarung zur Wiedereinführung von Auf- und Abstieg wurde ja von beiden Seiten bereits 2015 unterzeichnet.

Sollte die DEL den Befangenheitsantrag gegen den von der DEL2 ausgewählten Schiedsrichter nicht zurücknehmen, wird sich eine Vertretung des Schiedsgerichts der Befangenheitsfrage annehmen und diese vorab zum eigentlichen Prozess klären müssen. Die DEL hat übrigens im Zuge der Erklärung, dass man den DEL2-Schiedsrichter für befangen hält, einen eigenen Schiedsrichter benannt. Dieser wurde von der DEL2 akzeptiert. Denn für Rudorisch steht fest: "Eigentlich sollten wir uns schnell der Sachfrage widmen."

Den ausführlichen Bericht zu dieser Thematik finden Sie in unserer wöchentlichen Print-Ausgabe (hier zu bestellen), die ab Dienstag am Kiosk erhältlich ist.

Sebastian Groß


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