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Artikel vom Dienstag, 7. November 2017

Die Achtelfinalrückspiele in der Champions Hockey League

Wieder kein deutscher Viertelfinalist: München und Mannheim scheiden aus – Auch Titelverteidiger Frölunda ist raus

Der amtierende deutsche Meister EHC Red Bull München (dunkle Trikots) und der Schweizer Champion SC Bern lieferten sich im CHL-Achtelfinalrückspiel ein intensives Duell - mit dem besseren Ende für den SCB.
Foto: imago

Das Viertelfinale der Champions Hockey League wird auch in der vierten Saison des Wettbewerbs ohne Beteiligung einer deutschen Mannschaft stattfinden: Die Adler aus Mannheim sowie der EHC Red Bull München verloren am Dienstagabend ihre Achtelfinalrückspiele und schieden als letzte verbliebene DEL-Vertreter aus der CHL-Spielzeit 2017/18 aus. Meister München unterlag dem Schweizer Champion SC Bern auf eigenem Eis mit 2:5 und verspielte damit seine nach dem 3:2-Auswärtserfolg im Hinspiel hervorragende Ausgangsposition, und die Adler verloren nach der 2:3-Heimniederlage im Hinspiel auch die zweite Partie gegen den schwedischen Vizemeister Brynäs IF Gävle nach zwei späten Gegentreffern mit 1:2.

In München entwickelte sich am Dienstagabend vor knapp 2.700 Zuschauern von Beginn an eine intensive, temporeiche Begegnung auf hohem Niveau und mit vielen Torchancen. Dabei konnten die Gastgeber in den ersten zwei Dritteln durch Brooks Macek (10.) sowie Verteidiger Derek Joslin (22.) sogar zweimal in Führung gehen und damit ihren Vorsprung aus dem Hinspiel ausbauen, doch dem SCB gelang durch Tristan Scherwey (10.) und Simon Moser (27.) jeweils schnell der Ausgleich.

Im dritten Abschnitt kamen die Schweizer, die nun etwas spritziger als die Münchener wirkten, dann stark aus der Kabine und machten durch Luca Hischier (46.) sowie Simon Bodenmann (50.) aus ihrem knappen 4:5-Rückstand im Gesamtergebnis eine 6:5-Führung - Tore, welche sich die Mutzen in dieser Phase auch verdienten. Nach Bodenmanns Treffer verlegten sich die Gäste dann verständlicherweise auf ihre starken Konter, und einen ebensolchen verwertete Andrew Ebbett schließlich nach einem Scheibenverlust von Dominik Kahun etwas mehr als drei Minuten vor der Schlusssirene zum 5:2-Endstand für den SC Bern.

Die Rückspiele der deutschen Teams in der Statistik (2 Einträge)

      


In Gävle gelang den Gästen aus Mannheim unterdessen ein echter Traumstart, denn Devin Setoguchi brachte die Adler nach einem tollen Querpass von Verteidiger Thomas Larkin bereits in der 2. Spielminute mit 1:0 in Führung. Daraufhin entwickelte sich zunächst eine weitestgehend offene Begegnung mit guten Torchancen auf beiden Seiten. Ab etwa der Hälfte des zweiten Drittels nahmen die Hausherren von Brynäs IF das Heft dann jedoch zusehends in die Hand und erhöhten den Druck auf das Mannheimer Tor. So rückte Dennis Endras zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens: Der Adler-Goalie zeigte eine Vielzahl an starken Paraden und hielt die 1:0-Führung, durch die die Mannheimer nach der 2:3-Hinspielniederlage auf Kurs Verlängerung waren, lange fest.

In der Schlussphase der Partie brachten sich die Adler durch einige Undisziplinierheiten allerdings selbst noch stärker in Bedrängnis, und als Brynäs IF in der 58. Spielminute schließlich sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis agieren durfte, dauerte es lediglich drei Sekunden, ehe Jacob Blomqvist zum 1:1 ausgleichen konnte. Mannheim musste nun alles nach vorne werfen, um sich doch noch in die Overtime zu retten, doch statt der erneuten Adler-Führung gewann Brynäs IF das Rückspiel durch Linus Ölunds Empty-Net-Goal 52 Sekunden vor der Schlusssirene letztlich sogar noch mit 2:1.

In den CHL-Achtelfinalrückspielen ohne Beteiligung deutscher Teams gab es indes unter anderem eine kleine Sensation zu bestaunen, denn trotz eines 3:2-Auswärtssieges im Hinspiel scheiterte Frölunda Göteborg, schwedischer CHL-Champion der abgelaufenen beiden Spielzeiten, durch ein turbulentes 4:6 nach Verlängerung am tschechischen Vizemeister Bili Tygri Liberec. Und da zudem auch Meister HC Kometa Brünn (gegen den von Harold Kreis trainierten Schweizer Vizechampion EV Zug) um Doppeltorschütze Lukas Nahodil sowie der HC Ocelari Trinec (gegen die Malmö Redhawks aus Schweden) den Viertelfinaleinzug geschafft haben, wird die tschechische Extraliga nun in der Runde der letzten Acht durchaus überraschend sogar die stärkste Fraktion stellen.

Schwedens Tabellenführer Växjö Lakers HC bügelte derweil die überraschende 1:2-Auswärtsniederlage bei den Österreichern vom EC Red Bull Salzburg mit einem 5:3-Heimerfolg aus und qualifizierte sich damit ebenfalls für das Viertelfinale. Das erst 17-jährige deutsche Top-Talent Dominik Bokk durfte dabei in der zweiten Sturmformation der Lakers spielen und verbuchte ein Tor sowie eine Vorlage. Außerdem setzte sich JYP Jyväskylä trotz einer knappen Rückspielniederlage im rein finnischen Duell gegen Landesmeister Tappara Tampere durch, und der Schweizer Branchenriese ZSC Lions aus Zürich, bei dem CHL-Top-Scorer Fredrik Pettersson als Doppeltorschütze einmal mehr glänzte, schaltete die englische Sensationsmannschaft Nottingham Panthers mit einem Gesamtergebnis von 6:1 souverän aus.

Stefan Wasmer


DIE ERGEBNISSE DER CHL-ACHTELFINALRÜCKSPIELE IN DER ÜBERSICHT


Tappara Tampere (FIN) - JYP Jyväskylä (FIN) 3:2 (1:0, 0:2, 2:0)
Gesamtergebnis: 5:4 für Jyväskylä.

HC Ocelari Trinec (CZE) - Malmö Redhawks (SWE) 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
Gesamtergebnis: 4:2 für Trinec.

Brynäs IF Gävle (SWE) - Adler Mannheim (GER) 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)
Gesamtergebnis: 5:3 für Brynäs IF Gävle.

Frölunda Göteborg (SWE) - Bili Tygri Liberec (CZE) 4:6 n.V. (1:1, 1:0, 2:4, 0:1)
Gesamtergebnis: 8:7 für Liberec.

Växjö Lakers HC (SWE)
- EC Red Bull Salzburg (AUT) 5:3 (1:2, 2:0, 2:1)
Gesamtergebnis: 6:5 für Växjö.

EHC Red Bull München (GER) - SC Bern (SUI) 2:5 (1:1, 1:1, 0:3)
Gesamtergebnis: 7:5 für Bern.

EV Zug (SUI) - HC Kometa Brünn (CZE) 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)
Gesamtergebnis: 9:5 für Brünn.

Nottingham Panthers (ENG) - ZSC Lions (SUI) 0:3 (0:0, 0:1, 0:2)
Gesamtergebnis: 6:1 für die ZSC Lions.

fett = für das Viertelfinale qualifiziert


DIE PAARUNGEN DES CHL-VIERTELFINALES IN DER ÜBERSICHT


JYP Jyväskylä (FIN) - HC Kometa Brünn (CZE)
Brynäs IF Gävle (SWE) - HC Ocelari Trinec (CZE)
Växjö Lakers HC (SWE) - SC Bern (SUI)
ZSC Lions (SUI) - Bili Tygri Liberec (CZE)

Hinspiele: 05./06. Dezember
Rückspiele: 12. Dezember


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