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Artikel vom Donnerstag, 9. November 2017

Entrüstung in Schweden ungebrochen

Nach üblem Foul gegen Spieler von Brynäs: Adler-Defender Larkin checkt nicht nur Mannheim ins Abseits

Mannheims Verteidiger Thomas Larkin musste sich nach seinem Check gegen Daniel Paille stellen.
Foto: imago

UPDATE. Selten hat ein Foul derart hohe Wellen geschlagen. Die Rede ist vom Check des Mannheimer Verteidigers Thomas Larkin im Achtelfinalrückspiel der Champions Hockey League vom Dienstag in Gävle. Kurz vor Spielende - da war die Partie übrigens schon zugunsten der Schweden entschieden - hatte der italienische Nationalspieler in Diensten des DEL-Clubs Daniel Paille auf offenem Eis gegen den Kopf gecheckt. Im Moment des Einschlages hatte der Stürmer von Brynäs IF seinen Blick auf die Scheibe gerichtet, die sich in diesem Augenblick hinter dem Tor befand.

Dass es anschließend noch zu einem Faustkampf zwischen Larkin und einem Mitspieler von Paille kam und Larkin am Ende der Aktion 52 Strafminuten auf dem Konto hatte, war eigentlich Nebensache. Schon kurz nach Spielende sprach Brynäs-Trainer Tommy Sjödin von einem "brutalen Angriff" und davon, dass er schon viel im Eishockey erlebt habe, "aber das war mit das Hässlichste, das ich jemals gesehen habe". Das Fazit von Jacom Blomqvist, Kapitän von Brynäs IF, fiel ebenfalls eindeutig aus. "Was für verdammte Idioten, die sind so verdammt feige", sagte der Angreifer. Und der ehemalige schwedische Nationalspieler und jetzige TV-Experte Sanny Lindström sagte in Richtung der Mannheimer: "Ihr habt euch und den Eishockeysport beschämt."

Mittlerweile hat sich Larkin wenigstens für sein brutales Foul entschuldigt - allerdings erst reichlich spät, denn erst am Donnerstagabend äußerten sich die Adler in einer Pressemitteilung zu den unschönen Vorfällen in Gävle. Darin wird der Übeltäter wie folgt zitiert: "Es war nicht meine Absicht, einen Spieler zu verletzen. Ich wollte ursprünglich den scheibenführenden Gegenspieler hinter dem Tor unter Druck setzen. Nun hoffe ich, dass Daniel bald wieder aufs Eis zurückkehren kann. An dieser Stelle möchte ich mich bei Daniel für die Vorkommnisse entschuldigen."

Zudem kommt in der Pressemitteilung auch Adler-Manager Teal Fowler zu Wort: "Wir sind mit den Ereignissen in den letzten zwei Spielminuten nicht zufrieden. Der Club wünscht Daniel Paille auf diesem Wege eine gute und schnelle Genesung. In den kommenden Tagen werden wir die Geschehnisse in Ruhe analysieren und die nötigen Konsequenzen ziehen", so der 46-Jährige.

Noch kein Statement zu den unschönen Szenen gibt es dagegen von Adler-Trainer Sean Simpson, der sich in Gävle ebenfalls nicht unbedingt vorbildlich verhalten hatte: Kurz nach Spielende ging Simpson in einem TV-Interview nicht auf die beschriebene Szene ein, und zur offiziellen Pressekonferenz erschien er erst gar nicht. Offizielle des schwedischen Clubs sprachen deshalb nicht zu Unrecht von "furchtbar schlechtem Benehmen".

Notiz am Rande: Adler-Trainer Trainer Sean Simpson sowie die beiden Verteidiger Thomas Larkin und Nikolai Goc sind am Donnerstag vom Disziplinarausschuss der Champions Hockey League mit Strafen belegt worden. Die längste Sperre erhält Thomas Larkin. Der 26-Jährige wird nach dem Check gegen Ex-NHL-Stürmer Daniel Paille für vier Spiele gesperrt. Nikolai Goc muss nach einem Check gegen den Kopf ein Spiel ausetzen. Sean Simpson erhält ebenfalls eine Ein-Spiel-Sperre, da er seine Spielerbank nicht unter Kontrolle hatte.


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