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Artikel vom Dienstag, 14. November 2017

In der Umsetzung der Verzahnung allein gelassen

Unterstützung sieht anders aus: DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch nimmt Stellung zum neuen Kooperationsvertrag

Die Geschäftsführer der DEL und der DEL2: Gernot Tripcke und René Rudorisch (v.l.).
Foto: City-Press

Ernüchterung macht sich bei DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch breit, wenn es um die Inhalte des neuen Kooperationsvertrags zwischen DEB und DEL in Sachen Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 geht. Rudorisch stellt zwar klar: "Dass wir dort keine Rolle spielen, ist erstmal normal. Und auch dass der Kooperationsvertrag zustande kommt und auch langfristig geschlossen wird, finde ich für die Gesamtstruktur und fürs Eishockey nur wichtig."

Doch dann kommt ein dickes "Aber", denn auch im neuen Kooperationsvertrag ist eine Verzahnung von DEL und DEL2 kein Thema. "Dass sich neben den vielfältigen Themen der Nachwuchsförderung und Sportartentwicklung das wichtige Thema Auf- und Abstieg nicht im Kooperationsvertrag wiederfindet, ist für mich ernüchternd und enttäuschend", so Rudorisch. "Damit vergibt der DEB eine Chance, den nationalen Spielbetrieb im Sinne seiner Verantwortung zu unterstützen. Ich habe gemerkt, dass wir zwar emotional vom DEB unterstützt werden, aber in der praktischen Umsetzung doch recht alleine dastehen."

Diese Tatsache kann Rudorisch aus zwei Gründen nicht gutheißen. "Ich glaube, dass eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des DEB das Thema Auf- und Abstieg wollen. Mal abgesehen von Teilen der ca. 33 Prozent der DEL-Mitgliedclubs - der Rest will Auf- und Abstieg. Und wenn man dann so ein Thema gar nicht in die Verhandlungen zum Kooperationsvertrag einbringt, geht man in diesem Punkt schon sehr am Willen der Mitglieder vorbei", so der DEL2-Geschäftsführer kritisch.

Und darüber hinaus merkt Rudorisch an, dass sich der DEB "auch nicht auf den Punkt stellen kann, dass das eine Geschichte zwischen den beiden Profi-Ligen ist. Das ursprüngliche Spielrecht, sowohl der DEL als auch der DEL2, kommt vom Verband. Und der Verband muss als höchstes Gremium die Aufgabe haben, sportlichen Wettbewerb zu ermöglichen."

Auch rückblickend auf den eigenen Kooperationsvertrag verwundert Rudorisch die Haltung des DEB: "Eines der wichtigsten Themen bei Abschluss des Kooperationsvertrages mit der DEL2 im Jahre 2013, war die Verankerung der Durchlässigkeit zwischen Oberliga und DEL2. Dies war aus Sicht des Verbandes nahezu ein Ausschlusskriterium. Wir haben uns dazu bekannt, richtigerweise, und stehen für Auf- und Abstieg! Weshalb in diesem Punkt die Ausgliederung des originär vom Verband durchgeführten Spielbetriebes bei DEL und DEL2 mit zweierlei Maß betrachtet wird, verstehe ich nicht."

Zusammengefasst heißt das: "Mitgliederwesen und der Kooperationsvertrag mit der DEL2 sprechen ein andere Sprache als das, was jetzt im neuen Kooperationsvertrag in Bezug auf einen durchlässigen Spielbetrieb mit der DEL festgehalten ist", so Rudorisch. Und das bezeichnet er als sehr schade, denn: "Es geht wirklich um viel, um Perspektivschaffung für den Ligenunterbau im Seniorenbereich und um die weitere Entwicklung und Potentialschaffung für den Eishockeysport in Deutschland."

Doch der neue Kooperationsvertrag hat gezeigt. Mehr als emotionale Unterstützung vom DEB darf sich die DEL2-Leitung nicht erhoffen. "Aus diesem Grund gehen wir weiter unseren Weg und kämpfen für die Einführung der längst überfälligen Verzahnung auch nach oben." Eine Entscheidung vor dem Sportschiedsgericht in dieser Frage wird Anfang Dezember erwartet.

Alles rund um den neuen Kooperationsvertrag, die Reaktionen darauf und den neuesten Stand in Sachen Schiedsgericht finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der Eishockey NEWS.

Sebastian Groß


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