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Artikel vom Donnerstag, 15. Juni 2017

Das Interview der Woche

Eislöwe Marius Garten: "Ich möchte nicht in ein paar Jahren aufhören und sagen, ich habe hier nie was gewonnen"

Marius Garten von den Dresdner Eislöwen.
Foto: City-Press

Es ist Sommerpause für die Eislöwen-Spieler. Doch das bedeutet keinesfalls, die Beine hochzulegen und den ganzen Tag die Sonne zu genießen, sondern vielmehr regelmäßig hartes Sommertraining. Einige absolvieren dabei Hockeycamps, andere, wie Stürmer Marius Garten, nutzen die perfekten Möglichkeiten vor Ort in Dresden. Nach einem heißen Trainingstag stand uns Stürmer Marius Garten Rede und Antwort. Er gab einen kleinen Einblick in sein aktuelles Training, seine Freizeitgestaltung und wagte einen Ausblick auf die neue Spielzeit.

Herr Garten, da wir gerade miteinander sprechen und das Thema Sprache auch in einem Eishockeyteam nicht unwichtig ist, wie gut ist Ihr Niederbayrisch?

Marius Garten: "Schlecht. (schmunzelt) Sehr schlecht. Aber bei Franz Steer geht es eigentlich. Ich glaub aber, er bemüht sich bei uns auch sehr, weil es gerade bei uns Berlinern sicher auch nicht anders geht. Ich hatte kein Problem, ihn zu verstehen, wir haben aber auch erst einmal miteinander gesprochen."

Wintersportler werden ja bekanntlich im Sommer gemacht. Worauf legen Sie beim Sommertraining besonderen Wert?
Garten: "Ich versuche immer viel Krafttraining zu machen und an der Schnelligkeit zu arbeiten, denn ich lebe von der Schnelligkeit. Ich bin kein großer Spieler und wenn ich meine Schnelligkeit verliere, dann habe ich wahrscheinlich Schwierigkeiten. Aber das sind ja alles keine Geheimnisse. Eishockeyspieler müssen alles machen. Das ganze Paket muss stimmen: Kraft, Ausdauer, Athletik."

Wo sehen Sie bei sich noch das größte Verbesserungspotential bzw. arbeitet man an seinen Schwächen oder eher an den Stärken?
Garten: "Keiner trainiert gern seine Schwächen. Ich zum Beispiel mag kein Bauchtraining. Ich mache das total ungern. Ich muss mich dazu richtig motivieren. An meiner Bauchmuskulatur muss ich sicher noch mehr arbeiten."

Schaut man sich vielleicht auch von Teamkollegen bestimmte Sachen ab oder schaut, wie sie individuell trainieren?
Garten: "Brendan Cook war zum Beispiel athletisch und sportlich top. Ich saß ja in der Kabine neben ihm und habe mich auch oft mit ihm zu verschiedenen Sachen ausgetauscht. Er hat zum Beispiel für das Sommertraining zuhause eine eigene Schussanlage stehen. Im Sommer hab ich mir auch hin und wieder mal einen Eimer genommen und hab 300 Scheiben geschossen oder mache Stickhandling, um Abwechslung ins Training reinzubekommen."

Nutzen Sie im Sommer auch das Angebot für Inlinehockey?
Garten: "Nein, gar nicht. Ich bin absolut kein Inliner. Ich habe mir nie welche geholt und werde das auch wahrscheinlich nicht mehr machen."

Was machen Sie als Ausgleich zum harten Sommertraining bzw. wie können Sie am besten entspannen und abschalten?
Garten: "Es wird auf jeden Fall mitunter eintönig oder langweilig, aber man versucht sich schon in erster Linie zu disziplinieren, das Training durchzuziehen. Aber es ist Sommer, der Körper muss auch mal runterfahren, sich erholen. Es ist ja aber auch nicht so, dass ich nun jeden Tag 5 Stunden am Stück ackere. Bisschen Lockerheit gehört dazu, Warm up, dann zieh ich Vollgas mein Training durch, bin danach richtig platt und dann reicht mir das auch. Ansonsten geht man als Ausgleich mal mit den Jungs in die Stadt. Steven Rupprich geht hin und wieder angeln. Ich hab zwar keine Angelscheine, aber gehe ab und zu mal mit. Dann setzen wir uns da hin und warten, bis was anbeißt." (lacht)

Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die neue Saison aus?
Garten: "Ich meine, das Ziel ist eigentlich immer das gleiche. Irgendwann will man das Ding mal gewinnen. Ob das möglich ist, mit der Mannschaft, die wir haben, wird sich zeigen. Aber man will diesen Pokal irgendwann einmal in den Händen halten. Ich möchte nicht in ein paar Jahren aufhören und sagen, ich habe hier nie was gewonnen. Das wäre nicht so toll. Ich denke, wir haben bis jetzt einen guten Kader. Bei den Importspielern müssen wir abwarten, wer kommt, aber wenn wir noch gute Imports bekommen, sehe ich eine gute Chance, dass wir wieder in den Top 4 mitspielen können."

Trotz sportlicher Highlights wie Heim-WM und NHL-Playoffs gibt es aktuell unter den Fans vor allem ein Thema: Geregelter Auf- und Abstieg. Wie stehen Sie als Spieler dazu?
Garten: "Ich finde, es gehört im Sport dazu. Ich würde es sehr begrüßen, wenn das endlich mal wieder eingeführt wird. Im Endeffekt spielen wir derzeit um die goldene Ananas. Na klar, wir wollen alle die DEL2-Meisterschaft gewinnen und das ist ein großer sportlicher Anreiz, aber es ist nicht gut, wenn Teams aufsteigen wollen, aber nicht dürfen. Ich kann daran nichts ändern, aber ich finde es ist nicht förderlich für den gesamten Sport, wie es jetzt ist. Es geht ja auch um Sponsoren. Wenn man wirklich um den Aufstieg spielen könnte, es als Ziel ausgeben könnte, würden sicher auch einige Sponsoren mehr Bereitschaft zeigen, Geld in den Eishockeysport in der DEL2 zu investieren. Das ist sicher auch ein wichtiger Punkt. Ich denke, die Leute in Frankfurt wären gerne hochgegangen, aber dürfen nicht und nun geht es wieder von vorne los."

Zum Abschluss würden wir gern mit Ihnen eine Runde "5 gegen 5" spielen. (5 schnelle Entweder/oder Fragen)

Schlagschuss vs. Handgelenkschuss?
Garten: "Handgelenkschuss."
Facebook vs. Instagram?
Garten: "Instagram."
Gretzky vs. Crosby?
Garten: "Gretzky."
Großer Garten vs. kleiner Garten?
Garten: "kleiner Garten." (schmunzelt)
Stehplatz vs. Sitzplatz?
Garten: (lacht laut) "Stehplatz."


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