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Artikel vom Donnerstag, 6. Juli 2017

Aktuelles Interview

Steven Rupprich: "Ich kann gut damit leben, dass Torjäger und Torhüter mehr im Fokus stehen"

Steven Rupprich
Foto: City-Press

Nach einer ereignisreichen Sommerpause mit Familienzuwachs und erfolgreicher Knie-OP beginnt für den "Alleskönner" der Dresdner Eislöwen bald wieder der geliebte Eishockey-Alltag mit den Teamkollegen. Die Rede ist von Stürmer Steven Rupprich. Vor kurzem sprach der gebürtige Berliner mit Eishockey NEWS über sein operiertes Knie, die anstehende Vorbereitung, seine Rolle im Team, die Entwicklung der Liga sowie des Clubs und seinen großen Drang, sich immer wieder aufs Neue zu beweisen.

Herr Rupprich, in fünf Wochen beginnt das offizielle Training mit der Mannschaft. Kribbelt es schon?
Steven Rupprich: "Ja, absolut. Natürlich genießt man im Sommer die Zeit mit der Familie, aber mir fehlen mittlerweile die Blödeleien mit den Jungs und das Miteinander in der Kabine."

Das Team hatte sich in der letzten Saison sehr hohe Ziele gesetzt. Wie gut und schnell haben Sie das schmerzhafte Playoff-Aus verdaut?
Rupprich: "Es hat schon etwas gedauert. Natürlich ist die Fallhöhe sehr groß, wenn man von der Meisterschaft redet, aber wir haben uns das Ziel als Mannschaft gesetzt, es uns zugetraut und auch als Ansporn gesehen. Letztlich dann so auszuscheiden, war natürlich bitter."

Bleiben wir noch kurz beim Thema Schmerzen. Wie geht es Ihrem Knie?
Rupprich: "Gut. Ich liege genau im Zeitplan der Ärzte, sodass ich im August auch mit dem Team ins Mannschaftstraining einsteigen kann."

Sie gelten als Allrounder. Wie würden Sie sich selbst als Spielertyp charakterisieren?
Rupprich: "Ich fühle mich in der Rolle des Allrounders sehr wohl. Ich möchte, unabhängig von meiner Position, wertvoll für den Club und das Team sein. Da ich mittlerweile die verschiedenen Positionen gut kenne, fällt mir die Umstellung auch nicht schwer."

Wie gehen Sie damit um, dass Tore und Glanzparaden oft mehr gefeiert werden, als die harte Defensivarbeit, wie beispielsweise Blocks und Zweikämpfe an der Bande?
Rupprich: "Ich kann gut damit leben, dass Torjäger und Torhüter mehr im Fokus stehen. Mir ist wichtig, dass mein Trainer und meine Teamkollegen mit meiner Leistung zufrieden sind. Ich denke auch, dass die Eishockeyfans wissen, dass es Spielertypen wie mich braucht, und ich kann mich nicht darüber beklagen, zu wenig Wertschätzung zu erhalten. Im Gegenteil. Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Fans, fühle mich in Dresden wohl, geschätzt und gut aufgehoben."

Mit Shawn Boutin haben die Eislöwen einen Spieler verpflichtet, der wie Sie leidenschaftlich gern angelt. Welche Bedeutung hat es für Sie, auch Jungs mit ähnlichen Interessen im Team zu haben?
Rupprich: "Es ist immer wichtig, sich auch abseits des Eises und der Kabine gut zu verstehen. Zusammenhalt ist in einer Mannschaft ein entscheidender Faktor. Ob nun aber Golf, Angeln, Tennis oder mal ein Stadtbummel, spielt dabei keine entscheidende Rolle."

Sie sind aktuell einer der erfahrensten Spieler im Team, waren auch schon Kapitän der Mannschaft. Welche zusätzlichen Aufgaben bringt dieser Status als Routinier im Team mit sich?
Rupprich: "Es reicht nicht, nur seine Leistung auf dem Eis abzurufen. Ich erwarte auch von mir persönlich, dass ich mich um meine Teamkollegen kümmere und ihnen helfe, wo ich kann. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, ein gutes Klima im Team zu erzeugen und erfolgreich zu sein."

In Kürze starten Sie in Ihre vierte Spielzeit mit den Eislöwen in der DEL2. Welche Entwicklung hat die Liga, aber auch der Club aus Ihrer Sicht genommen?
Rupprich: "Viele Spieler, die ich aus meiner DEL-Zeit kenne, sind mittlerweile in der DEL2 vertreten. Das Niveau passt sich immer mehr der DEL an und umso mehr bedauere ich, dass es derzeit keine Aufstiegsmöglichkeit gibt. Die Eislöwen haben sich als Club ebenfalls stark entwickelt. Der Standort ist großartig und lockt immer bessere Spieler an. Es macht mich sehr stolz, für diesen Club spielen zu dürfen."

Mit 28 Jahren gehören Sie längst noch nicht zum alten Eisen. Welche persönlichen Ziele haben Sie sich noch in Ihrer Karriere gesetzt?
Rupprich: "Ich habe in meiner relativ langen Karriere noch nie etwas gewonnen, daher würde ich natürlich viel lieber eine Saison mit einem Erfolgserlebnis beenden, als immer mit hängendem Kopf nach Hause zu gehen."


Haben Sie Ihren neuen Trainer Franz Steer mittlerweile schon kennengelernt und wie würden Sie Ihn als Trainer und Typ einschätzen?
Rupprich: "Ja, wir haben miteinander telefoniert. Ich möchte vorneweg betonen, dass ich es beeindruckend finde, wenn ein Trainer über einen derart langen Zeitraum so erfolgreich für einen Verein gearbeitet hat, wie er. Nach meinem ersten Eindruck ist er ein ehrlicher und direkter Typ, der klar anspricht, was er verlangt und was ihm missfällt. Jeder fängt bei null an, hat die gleiche Chance, sich anzubieten und mit harter Arbeit seinen Platz zu erkämpfen."

Zum Abschluss spielen wir noch eine Runde "5 gegen 5" (fünf schnelle Entweder-/oder-Fragen):

Stürmer vs.Verteidiger?
Rupprich: "Stürmer."

Hard Rock vs. Schlager?
Rupprich: "Hard Rock."

Vorhand vs. Rückhand?
Rupprich: "Vorhand."

Currywurst vs. Eierschecke?
Rupprich: "Currywurst."

DEL2-Meistertitel gewinnen vs. Ein Spiel in der NHL absolvieren?
Rupprich: (schmunzelt) "Ein Spiel in der NHL."

Das Interview finden Sie auch in der aktuellen Print-Ausgabe der Eishockey NEWS.


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