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Artikel vom Montag, 22. Mai 2017

Packendes WM-Finale

Debatte um Shootout: „Fühlen uns nicht wie Verlierer eines Eishockeyspiels“, sagt Kanadas Coach Cooper

Die Schweden jubelten nach dem WM-Titel.
Foto: Unverferth

80 packende Minuten und obendrauf ein Penalty-Schießen, zwei Torhüter die über sich hinaus wuchsen und am Ende eine rauschende Feier mit goldgelbem Glitzerkonfetti. Das WM-Finale in Köln vor mehr als 17.000 Fans in der nicht ausverkauften Arena bot am Sonntag einen würdigen Abschluss eines Turniers, das mit insgesamt 686.391 Fans die zweitmeisten nach Tschechien 2015 begrüßen konnte. Hatte das Spiel erst etwas schleppend begonnen, entschädigte es in der Schlussphase und spätestens in der Verlängerung alle Zuschauer und war an Dramatik kaum zu überbieten.

Nur eines störte - nicht nur zahlreiche Fans, sondern auch die Spieler und Trainer. Die Entscheidung im Penalty-Schießen. "Wir fühlen uns heute nicht wie die Verlierer eines Eishockey-Spiels", sagte Kanadas Trainer Jon Cooper nach dem 1:2. "Wir fühlen uns nur wie die Verlierer eines Penalty-Schießens. Aber das ist Teil des Formats und die Schweden haben uns heute geschlagen. Es war eine Art Geschicklichkeitswettbewerb. Beide Goalies haben überragend gehalten." Calvin Pickard schaffte 40 Paraden, Henrik Lundqvist 42. Für "King Henrik" ist es nach dem Gewinn der Olympischen Goldmedaille 2006 in Turin der zweite große internationale Titel.

Bilder vom WM-Finale (24 Einträge)

      


Nach dem entscheidenden Penalty von Kanadas Mitch Marner reckte er beide Arme in die Höhe und die schwedischen Spieler liefen auf ihn zu. Turnier-MVP William Nylander von den Toronto Maple Leafs war der erste und war so stürmisch dass Lundqvist ihn nicht halten konnte, und zu Boden fiel. "Was für ein Spiel, was für eine tolle Woche, ich bin stolz darauf, Teil dieses Teams zu sein", sagte der 35-jährige Schwede, der erst vor wenigen Tagen mit den New York Rangers aus den NHL-Playoffs ausgeschieden war. "Es war ein großer Sieg für das schwedische Eishockey", sagte Schwedens Coach Rikard Grönborg, der den Weg zur Pressekonferenz Seite an Seite und freundlich diskutierend mit Cooper beschritten hatte.

"Es schade, dass solche Spiele im Penalty-Schießen enden", sagte Chris Lee, einziger Spieler im kanadischen Kader, der nicht in der NHL spielte. "Hier haben heute zwei NHL-Mannschaften gegeneinander gespielt, es war wie ein Playoff-Spiel. Es wäre schön zu sehen gewesen, was herausgekommen wäre, wenn wir weiter Overtime gespielt hätten, aber so ist nun mal das Format."

Auch Fans auf Twitter und Facebook forderten, wie beispielsweise in der NHL oder DEL das Finale auszuspielen, bis ein Tor aus dem Spiel heraus fällt. Nur ein WM-Finale war zuvor im Penalty-Schießen entschieden worden: 1994 hatte Kanada Finnland geschlagen, Luc Robitaille erzielte das Siegtor.

Auf dem IIHF-Kongress am Rande der WM waren kürzlich Anpassungen an das Overtime- und Penalty-Format beschlossen worden, die aber erst 2018 greifen. Das Finale wird zwar weiterhin mit einer Verlängerung von 20 Minuten gespielt, allerdings nicht mehr mit je fünf Spielern auf dem Eis, sondern mit je vier. Die soll schneller zu einer Entscheidung in der Verlängerung führen.

Michael Bauer


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