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Artikel vom Samstag, 13. Mai 2017

4:1-Sieg gegen Italien

„Es war ein gelungener Start“: Draisaitl erhält Pepita-Hut und sorgte für gute Stimmung bei Team und Fans

Leon Draisaitl (links) und Dominik Kahun nach dem Spiel
Foto: Unverferth

Der Sieg tat gut. Sehr gut. Nach den Diskussionen der vergangenen Tage um Torhüter Thomas Greiss, dem nach Verlängerung verlorenen Spiel gegen Dänemark oder auch der Verletzung von Tobias Rieder kam Leon Draisaitl gerade zur rechten Zeit, um der deutschen Mannschaft und ihren Fans beim 4:1-Erfolg gegen Italien wieder ein positives Erlebnis zu bescheren. Der 21-jährige Jungstar war am Mittag aus dem Flieger gestiegen, hatte sich am Abend die Schlittschuhe angezogen und sogleich mit seinem zweiten Pass des Spiels das 1:0 vorbereitet. Er agierte, als wäre er schon die ganze Zeit über bei der Mannschaft.

Es folgten noch sechs gewonnene Bullys im ersten Drittel und in diesem Spielabschnitt auch nach Christian Ehrhoff die zweitmeiste Eiszeit. Draisaitl war ominpräsent und zeigte sich mit bester Übersicht auf dem Eis, stets mit dem Auge für den freien Mann. Zwar kassierte Deutschland unmittelbar nach dem Treffer von Ehrhoff das 1:1, war aber nicht nur im ersten Drittel, sondern auch im zweiten feldüberlegen, kam erst durch Matthias Plachta (19.) zum 2:1 und baute den Vorsprung im zweiten Drittel durch Yannic Seidenberg (23.) und Dominik Kahun (27.) auf 4:1 aus. Damit war das Spiel entschieden. Da machte es auch nichts, dass der mit zunehmender Spielzeit müder wirkende Draisaitl bei einer Großchance in den Schlusssekunden am italienischen Schlussmann Andreas Bernard scheiterte und deshalb ohne Treffer aus dem Spiel ging.

Stimmen der deutschen Spieler zum Italien-Spiel (5 Einträge)

      

Wichtig war nämlich etwas anderes. "Man hat gesehen, was die Ankunft von Leon und Grubi für das Team bedeutet hat", sagte Bundestrainer Marco Sturm. "Sie haben für einen anderen Schwung im Team gesorgt. Die Stimmung war einfach gut. Jeder war froh, dass die beiden uns unterstützen." Wie gut die Stimmung war, zeigt die Aktion von Goalie Danny aus den Birken, der nach dem Spiel den Pepita-Hut für den besten Spieler im Team an Draisaitl weiter gab und dabei auch seine eigene Leistung süffisant betrachtete: "Leute, das war eine starke Leistung heute, besonders im ersten Drittel. Wir haben nur zwei Schüsse aufs Tor bekommen und einen davon habe ich sogar gehalten." Der Schlussmann hatte beim 1:1 durch Michele Marchetti nicht gut ausgesehen.

Nach dem Spiel musste Held Draisaitl dann die zahlreichen Fragen der Journalisten über sich ergehen lassen. Das Interesse am neuen deutschen Superstar war riesig. "Ich bin hier aufgewachsen, ich habe hier angefangen, Eishockey zu spielen und viel gelernt", sagte er. "Für mich ist es natürlich etwas besonderes, hier zu spielen. Ich fühle mich ganz ok, bin aber logischerweise nicht bei 100 Prozent. Aber es gibt keine Ausreden für mich. Es war ein gelungener Start." Das honorierten auch die Fans, die ihren Star feierten. Leon kann den Unterschied machen, das hat er heute bewiesen - obwohl er sehr müde war", lobte Sturm. "Er hat durch das Spiel die letzten Tage rausgeschwitzt."

Nüchtern betrachtet war das Italien-Spiel für die deutsche Mannschaft ein Pflichtsieg mit drei Punkten, der die Chance auf das Viertelfinale offenhält. Das Team hat nun ebenso wie Konkurrent Lettland neun Zähler auf dem Konto. Vorausgesetzt die Balten holen am Montag gegen Russland nicht mehr als einen Punkt, reicht der deutschen Mannschaft im in diesem abschließenden Gruppen- und gleichzeitig "Endspiel" gegen Lettland ein Sieg mit nach Verlängerung oder Penalty-Schießen.

Michael Bauer

Bilder vom Spiel gegen Italien (15 Einträge)

      

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