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Artikel vom Dienstag, 12. September 2017

DEL-Geschäftsführer exklusiv

Tripcke: „Ich habe nichts gegen Auf- und Abstieg, glaube aber nicht, dass es der Heilsbringer wäre“

Gernot Tripcke
Foto: Bauer

Auf- und Abstieg ist seit Jahren ein Reizthema im deutschen Eishockey. DEL und DEL2 stehen sich demnächst vor einem Schiedsgericht gegenüber, das entscheiden soll, ob die Zweitligisten die Bedingungen für eine Verzahnung ab der Saison 2018/19 erfüllt haben. Im großen Interview mit Eishockey NEWS sagt DEL-Geschäftsführer, dass er Auf- und Abstieg offen gegenübersteht. "Ich habe nichts dagegen, glaube aber auch nicht, dass es der Heilsbringer des deutschen Eishockeys wäre. Die Argumente wurden ja nun über Jahrzehnte ausgetauscht, es gibt Vor- und Nachteile wie Planungssicherheit, sportlichen Wettbewerb, aber es stellt sich die Frage, ob er sich monetarisieren lässt, sowohl in der DEL als auch in der DEL2. Daran habe ich meine Zweifel. Aber es ist ein Anreiz, es ist ein Austausch, es ist frisches Blut. Es wird aber auch ein Wettrüsten geben, um aufzusteigen und um nicht abzusteigen - mit allen Folgeerscheinungen."

Und noch etwas gibt der DEL-Geschäftsführer zu bedenken: "Die Frage, die sich stellt, ist auch: Was würde ein Aufstieg bei einem Zweitligisten bewirken? Einige träumen davon, dass Mechanismen greifen und Sponsoren vom Himmel fallen. Das muss aber nicht sein. Und wie sieht es mit dem Absteiger aus? Bricht dort alles zusammen oder kann sich der konsolidieren?"

Sollte es tatsächlich in Zukunft zu einer Verzahnung kommen, fordert Tripcke: "Wenn Auf- und Abstieg aber einmal eingeführt sind, dann muss das auch funktionieren. Dann darf es nicht heißen, ich will nicht oder ich kann es mir nicht leisten. Auf- und Abstieg einzuführen, hört sich einfach an, aber es funktionieren zu lassen, ist nicht so einfach. Das haben die letzten Jahre mit Verzahnung gezeigt, da gab es nur ein einziges Mal echten Auf- und Abstieg, ansonsten immer Irrungen und Wirrungen."

Eine in der vergangenen Saison ins Auge gefasste Erhöhung des Ausländerkontingents im Oberhaus sei derzeit kein Thema. Tripcke sagt: "Es gibt keine aktuelle Diskussion. Das Thema ist aber: Wie kann man Kosten regulieren und die Wettbewerbsfähigkeit in der Liga herstellen. Wichtig ist aber, dass wir nicht den einfachen Weg gehen, sondern alles Mögliche dafür tun, Nachwuchs zu bekommen und den nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu verbessern. Das darf keine Ausrede sein. Wenn wir wieder alles öffnen, fällt der Nachwuchs noch weiter zurück. Wir brauchen Identifikationsfiguren und eine Nationalmannschaft, die wettbewerbsfähig ist. Wir werden sicher nicht Weltmeister werden, aber wir haben gesehen, wie wichtig es ist, dass wir um das Viertelfinale mitspielen."

Im Interview mit Eishockey NEWS (aktuelle Print-Ausgabe) spricht Tripcke außerdem über Neuerungen, die Zuschauerentwicklung in der DEL, eine immer wieder diskutierte Einführung einer Gehaltsobergrenze, die Dominanz von Red Bull München und die Versäumnisse in der Nachwuchsarbeit in den vergangenen 20 Jahren.


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