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Artikel vom Montag, 8. Mai 2017

Hattrick und zwei Vorlagen

„Brilliant“, „herausragend“, „dominierend“: Leon Draisaitl schießt Edmonton mit Karrierebestleistung zu Serienausgleich

Leon Draisaitl mit seinen drei Pucks nach dem Spiel gegen Anaheim
Foto: NHL Media

Es war eine Show, wie sie bisher noch nicht da war und auch die Fans der Edmonton Oilers lange nicht mehr gesehen hatten. Am Ende strahlte Leon Draisaitl und hielt dabei drei Pucks in die Höhe - drei Pucks, für seinen allerersten Hattrick in der NHL. Eigentlich hätte er noch zwei mehr bekommen müssen. Denn er bereitete beim 7:1-Kantersieg der Edmonton Oilers in Spiel sechs der Serie gegen die Anaheim Ducks auch noch zwei Treffer vor und kam damit erstmals in seiner Karriere auf fünf Zähler.

Die Oilers, die schon nach dem ersten Drittel mit 5:0 führten - Draisaitl hatte bei einem Alleingang sowie einem No-Look-Schuss die ersten beiden Treffer erzielt, konnten damit die Serie gegen die Ducks zum 3:3 ausgleichen. Das alles entscheidende Spiel sieben findet in der Nacht zum Donnerstag statt. Der Sieger spielt dann gegen die Nashville Predators. Korbinian Holzer stand wieder im Team der Ducks und erhielt als siebter Verteidiger im Team 7:10 Minuten Eiszeit.

Wieder in einem Atemzug mit Gretzky


Doch alles sprach nach dem Spiel über Draisaitl, der mit 21 Jahren der zweitjüngste Spieler in der mit Geschichte der Oilers ist, dem ein Hattrick in einem Playoff-Spiel gelingt. Der andere war (natürlich) Wayne Gretzky. Draisaitl ist erst der dritte Oilers-Akteur, dem in den vergangenen 25 Jahren ein Hattrick gelang, Bill Guerin und Doug Weight schafften dies in den Playoffs im Jahr 2000. Insgesamt fünf Punkte in den Playoffs haben auf Seiten der Oilers bisher nur Gretzky (9x), Jari Kurri (3x), Glenn Anderson (2x) und Paul Coffey (2x) geschafft. Mit seinen 16 Punkten (sechs Tore und zehn Vorlagen) ist der Deutsche nun auch zweitbester Scorer in den Playoffs nach Pittsburghs Evgeni Malkin.

"Draisaitl dominates Ducks", schrieb das Edmonton Journal, und beschrieb die Leistung von Draisaitl als "brilliant", die deutsche Sportschau titelte: "Oilers und Draisaitl schießen sich ins siebte Spiel" und schrieb von einer Ausnahmeleistung, SportBILD schrieb: "Überragender Draisaitl erzwingt Entscheidungsspiel".

Draisaitl selbst sagte nach dem Spiel gegenüber NHL.com: "Ich spiele auf jeder Position, auf der ich gebraucht werde: Ob Center, Linksaußen oder Rechtsaußen. Ich versuche einfach so gut zu spielen wie es geht. Ich denke aber, dass wir heute alle sehr gut gespielt haben. Ohne meine Mitspieler hätte ich heute keine Punkte gemacht. Die Saison stand heute auf dem Spiel und wir alle haben uns gegen das Aus gestemmt." Coach Todd McLellan, der den Ausfall von Andrej Sekera für den Rest der Serie verkraften muss, dann aber wieder auf Oscar Klefbom zurückgreifen kann, bemühte sich, das Festival schnell wieder aus den Köpfen zu bekommen. "Wir müssen bereit sein für Spiel sieben in Anaheim."

Nashville schafft ebenfalls Historisches

Neben dem Spiel in Edmonton ging das andere fast unter - auch hier wurde Geschichte geschrieben: Denn die Nashville Predators haben erstmals in ihrer Franchise-Geschichte das Conference-Finale erreicht. Sie schlugen am Sonntagnachmittag (Ortszeit) die St. Louis Blues mit 3:1 und gewannen die Best-of-seven-Serie mit 4:2. Es ist der größte Erfolg der Clubgeschichte, die vor fast genau 20 Jahren, am 25. Juni 1997, gegründet wurden und seit 1998 am Spielbetrieb teilnehmen.

Nach einem 0:1-Rückstand durch einen von Paul Stastny abgefälschten Schuss in der dritten Minute gelang dem Schweizer Roman Josi in der 21. Minute der Ausgleich, Ryan Johansen sorgte in der 44. Minute für das 2:1. Calle Järnkrok gelang exakt eine Minute vor dem Ende das 3:1 mit einem Empty Net Goal, nachdem zuvor noch ein Akteur der Blues einen Schuss geblockt hatte. Pekka Rinne, der sich dabei seinen dritten Assist der Playoffs gutschreiben lassen, parierte 23 Schüsse. Die Predators haben damit acht ihrer zehn Playoff-Spiele in diesem Frühjahr gewonnen und sind in der heimischen Arena in der Endrunde noch ungeschlagen. In Runde drei geht es gegen den Sieger aus Anaheim gegen Edmonton.

Michael Bauer






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