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Montag, 18. Februar 2013

DEL-Rückblick: Beschwerde per Stadionmikro, aufgeregte Trainer und Spott der eigenen Fans

Berlins Trainer Don Jackson.
Foto: City-Press

Eine ungewöhnliche Beschwerde in Richtung Schiedsrichter via Stadionmikro in Hamburg, ein aufgeregter Trainer und Manager in Augsburg, Häme und Spott von den eigenen Fans in Nürnberg, verfrühte Freude über eine Torpremiere in Hannover und das Ende einer beachtlichen Serie in Düsseldorf: Auch wenn es am 45. Spieltag keinen neuerlichen Führungswechsel in der DEL gab, der Sonntag hatte es dennoch in sich. Für einen lockeren Spruch sorgte aber auch Spitzenreiter Köln. Der Rückblick.

Beschwerde des Tages: Spieler-Interviews während einer Partie gehören bei TV-Übertragungen seit dieser Saison zum guten Ton. In Hamburg gab es am Sonntag aber was Neues. In der zweiten Pause klagte Hamburgs Nicolas Krämmer beim Spiel gegen Straubing über das Stadion-Mikrofon: "Die Schwalben sind ein bisschen lächerlich." Zuvor hatte Freezers-Coach Benoit Laporte bereits seiner Wut über die Falllust der Straubinger Luft gemacht und mit seinem Gegenüber Dan Ratushny lautstark von Bank zu Bank gestritten. Ganz ohne Wirkung blieb Krämmers Aufruf anscheinend nicht. Im Schlussdrittel kassierten die Gäste die einzigen zwei Strafzeiten, die letzte führte in der Overtime zum 2:1-Siegtreffer der Hanseaten.

Aufreger des Tages:
Auch lange nach Spielschluss hatten sich die Gemüter in Augsburg noch nicht beruhigt. Berlins Trainer Don Jackson und Manager Peter John Lee ließen sich zu den Schiedsrichtern in die Kabine bringen - offenbar mit der Absicht, die Matchstrafe gegen Darin Olver in eine Spieldauer-Disziplinarstrafe umwandeln zu lassen. Olver war in der 28. Minute nach einem eher harmlosen Zweikampf mit John Zeiler ausgeschlossen worden. Als Jackson später den Spielberichtsbogen, auf dem der Vorfall notiert war, unterschreiben sollte, haderte er: "Warum unterschreibe ich das? Das ist bescheuert." Nach Ansicht der Berliner hatten die Schiedsrichter Olver zunächst nur zwei Minuten geben wollen, erhöhten dann, nachdem Zeiler im Mund blutete, gleich auf Matchstrafe. Da wartet wieder Arbeit auf den Disziplinarausschuss.

Häme des Tages: Was machen Fans, wenn ihre Mannschaft zum wiederholten Mal in der Saison auf der ganzen Linie enttäuscht? Richtung, sie huldigt Helden längst vergessener Tage und straft damit die aktuelle Mannschaft ab. So geschehen bei Nürnbergs 1:4-Heimpleite gegen Krefeld. Sprechchöre für Kultfigur Sergio Momesso erfüllten die Arena. Einem Spieler des derzeitigen Kaders wird diese Ehre wohl kaum zuteilwerden. Den Ice Tigers droht nach den zwei Niederlagen des Wochenendes endgültig der sportliche Super-GAU und das Verpassen der Playoffs.


Zuschauer des Tages: Kaum war er, fehlte er schon wieder. Marco Sturm wurde von den Kölner Haien beim 4:3-Sieg nach Penalty-Schießen im Top-Spiel in Mannheim geschont. Der NHL-Star war am Freitag bei seinem zweiten Spiel für den Tabellenführer gegen Augsburg (4:0) nach dem zweiten Drittel mit Leistenbeschwerden in der Kabine geblieben. Sorgen macht man sich in der Domstadt aber nicht, denn Trainer Uwe Krupp scherzte: "Ich habe ihn in den ersten Spielen in jeder Situation aufs Eis gejagt, das war schon eine heftige Belastung. Der ist einfach zu teuer, um eine Verletzung zu riskieren."

Nicht-Tor des Tages: "Es war ein verdammt tolles Gefühl, dass ich heute mein erstes DEL-Tor geschossen habe", gab Hannovers Robin Thomson nach dem 4:2-Sieg der Scorpions zu Protokoll. Doch die Freude des Verteidigers, in seinem 73. Spiel im Oberhaus erstmals getroffen zu haben, dauerte nicht lange. Als die Niedersachsen das Erfolgserlebnis des 23-Jährigen noch via Newsletter verkündeten, stand Thomson schon nicht mehr als 3:1-Torschütze in der offiziellen Statistik. Marvin Krüger hatte seinen Schläger noch entscheidend im Spiel. Aber für den Stürmer war es auch ein Novum. Denn mit seinem vierten Treffer stellte er einen neuen persönlichen Saisonrekord auf.

Serienende des Tages: Am Freitag war Calle Ridderwall mit zwei Toren und einer Vorlage maßgeblich am überraschenden Punktgewinn von Schlusslicht Düsseldorf in Berlin beteiligt. Am Sonntag gelang dem ERC Ingolstadt etwas, was zuletzt die Straubing Tigers am 28. Dezember geschafft hatten: Sie ließen weder ein Tor noch eine Vorlage des Schweden zu. Damit verpasste es der Angreifer einen neuen Saisonrekord für die meisten Spiele in Folge mit mindestens einem Scorerpunkt aufzustellen. Elf Spiele in Folge punktete Ridderwall und teilt sich damit die Bestmarke mit Hannovers David Sulkovsky.

Der 45. DEL-Spieltag in Bildern (16 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 21 Stunden
  • Nach seiner einzigen Saison in Deutschland beendet Eetu Laurikainen seine Karriere. Für die Eisbären Regensburg absolvierte der 32-jährige Finne 19 DEL2-Spiele, ehe er von einer Verletzung gestoppt wurde.
  • gestern
  • Durch den Finalsieg der Eisbären Berlin in der PENNY DEL haben sich die Fischtown Pinguins Bremerhaven als Hauptrundendritter für die Champions Hockey League qualifiziert. Berlin hatte wie Hauptrundenmeister ERC Ingolstadt das CHL-Ticket schon gebucht.
  • vor 3 Tagen
  • Maximilian Eisenmenger (26) kehrt in die schwedische Top-Liga SHL zurück. Der deutsche Nationalstürmer, der erst im Februar aus Timrå zum finnischen Erstligisten TPS Turku gewechselt war und dort bei 16 Einsätzen ohne Punkt blieb, wechselt zur neuen Saison zum Viertelfinalisten Malmö Redhawks.
  • vor 3 Tagen
  • Die Eispiraten Crimmitschau haben das Ziel ihrer Crowdfunding-Kampagne mit einer bereits gesammelten Summe von 173.000 Euro übertroffen. Dies teilte der DEL2-Club am Mittwochnachmittag mit. Als Ziel waren 120.000 Euro ausgegeben worden, um den Eigenanteil an der benötigten Flexbande zu finanzieren.
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  • vor 4 Tagen
  • Die Tölzer Löwen haben Nachwuchstalent Kilian Kathan mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. Der 18-Jährige kam im Vorjahr zu 15 Oberliga-Spielen (ein Tor).
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