Am Freitagabend feierte Tom Barrasso seinen ersten Sieg als Cheftrainer der Hannover Scorpions.
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Allen Grund zum Jubeln hatten am Freitagabend die Hannover Scorpions. Auf heimischen Eis fanden die Scorpions nach zuletzt drei Niederlagen am Stück (der längsten Niederlagenserie des Teams seit mehr als vier Jahren) zurück in die Erfolgsspur. Für den neuen Coach Tom Barrasso war es gar der erste Sieg als Chef hinter der Bande in der Wedemark. Sichtlich zufrieden zeigte sich der 59-jährige Ex-NHL-Goalie nach dem 7:4-Arbeitssieg gegen die Saale Bulle Halle. „Nach einem Punkt aus den letzten drei Spiele waren wir durchaus frustriert. Es war schön, das Spiel zu gewinnen", so der neue Scorpions-Chef im Anschluss an das Duell.
„Wir haben hart gespielt und haben viel von den Dingen richtig gemacht, auf die wir uns in den letzten Wochen konzentriert haben", so Barrasso, der trotz des Erfolgs nicht ohne Kritik blieb. Immerhin führten die Scorpions zwischenzeitlich bereits mit 4:1, bevor die Saale Bulls es nochmal spannend machten und bis auf 4:3 verkürzten. Lobende Worte fand Barrasso für das Team von Marko Raiter, mit der eigenen Mannschaft ging der 59-Jährige indessen härter ins Gericht. „Es gibt viel, was an unserem Spiel gefällt, aber auch viel, was misfällt. Wir müssen an vielen Dingen arbeiten", so der US-Amerikaner. Immerhin müssen sich die Scorpions weiterhin mit Tabellenplatz zwei im Norden begnügen – an der Tabellenspitze bauten die Tilburg Trappers nach einem 6:0 bei den Rostock Piranhas ihren Vorsprung auf vier Punkte aus.
Ganz anders sieht es dagegen in der Südstaffel aus. Dort gibt es einen neuen (alten) Tabellenführer. Der Deggendorfer SC hat die Bietigheim Steelers vom Platz an der Sonne verdrängt und steht nun, wie schon für einige Wochen zum Saisonstart wieder ganz oben. Das die Tabellenführung der Oberliga Süd wechselt, ist in dieser Spielzeit nichts ungewöhnliches und war bereits mehrmals der Fall. Nur war es eben diesmal kein direktes Duell zweier Top-Teams, dass den Ausschlag gab.
Sowohl Deggendorf als auch Bietigheim standen am Freitagabend vor vermeintlichen Pflichtaufgaben gegen Teams aus der hinteren Tabellenregion. Doch während der DSC souverän mit 5:1 in Stuttgart erfolgreich war, stolperten die Steelers in Bayreuth. Besonders das zweite Drittel, in dem die Bayreuther drei Tore erzielten, war am Ende ausschlaggebend. „Was ich bemängeln kann, ist unsere Chancenverwertung“, meinte Steelers-Coach Alexander Dück außerdem im Anschluss an die Partie. „Bayreuth war diszipliniert und ist defensiv sehr gut gestanden, sie haben auf Konter gelauert und ihre Chancen effizient genutzt.“ Die Steelers können sich nun ein paar Tage mehr ausruhen, am Sonntag hat die Mannschaft spielfrei und tritt dann am Dienstag in Höchstadt an. Doch die Dück-Truppe ist gewarnt: Die Alligators lieferten am Freitag beim 6:0 Heimsieg gegen Peiting ihre wahrscheinlich beste Saisonleistung ab und könnten auf diesem Level für so manches Top-Team zum Stolperstein werden.