Sieben Stück in einem Halbfinale: Die ERC-Offensive läuft derzeit heiß.
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Spiel 2 des Halbfinales der PENNY DEL steht am Freitag, 19.30 Uhr, an – und Gesprächsbedarf herrscht bereits einiger.
Spektakulär wie historisch war der 7:0-Sieg des ERC Ingolstadt gegen die Kölner Haie. Dies war der höchste Sieg, der jemals in einem Halbfinale der DEL-Jahre erzielt worden ist. Der ERC schrieb zudem auch eigene Bestmarken in das Clubbuch: Erstmals überhaupt haben die Panther zwei Shutouts in Folge in den Playoffs gelandet. Und: War das 6:0 zuvor gegen die Nürnberg Ice Tigers im Viertelfinale schon der höchste Playoff-Sieg des ERC in seiner DEL-Playoffgeschichte gewesen, legte Mark Frenchs Mannschaft die Latte gleich noch mal höher. Für Köln dagegen war es die zweithöchste Niederlage im immerhin 343. Playoff-Spiel – schlimmer traf es die Haie nur 1998 beim 1:9 gegen den EV Landshut. Haie-Trainer Kari Jalonen sprach die „vielen Fehler" seines Teams aus, solche habe man die Saison über fast nie gemacht. Der Trainer-Routinier meinte: „Wir müssen jetzt wirklich ein kurzes Erinnerungsvermögen haben." Seine Mannschaft müsse nun in Spiel 2 in der Lanxess-Arena zeigen, „welches Team wir wirklich sind". Eine direkte Antwort auf eine Niederlage sei in den Playoffs wichtig.
In der Parallelserie zwischen den Eisbären Berlin und den Adler Mannheim sorgte in Spiel 1 das Tor Ty Ronnings für Aufsehen - es war das 20. Spiel in Folge, in dem der Angreifer zumindest einen Punkt beisteuerte. Bessere Serien hatten in der DEL-Geschichte nur Peter Draisaitl (1994/95, 21 Spiele) und Jan Alston (1998/99, 26 Spiele, wobei er zwischenzeitlich pausierte). Klärungsbedarf wiederum bedurfte eine Aktion mit der Schlusssirene des Berliner 3:1-Sieges. Der Mannheimer Verteidiger Tobias Fohrler ging Eisbären-Angreifer Marcel Noebels abseits der Scheibe an. Er schubste und suchte mehrmals aktiv den Boxkampf gegen den Mittelstürmer - offenbar in Erinnerung an die Serie mit München, als die Mannheimer den Red Bulls in Spiel 3 so eine Botschaft schickten und das Folgespiel dann gewannen. Die Ligagesellschaft ermittelte nach dem Spiel in Berlin gegen Fohrler. Weil er eine Auseinandersetzung provoziert habe, belegte ihn die Liga mit einer Geldstrafe in nicht genannter Höhe. Fohrler, der im Viertelfinale gegen den EHC Red Bull München mit starken Leistungen überzeugt hatte, versteht sich auf das Raue – so lieferte er sich 2023 im DEB-Trikot in der WM-Generalprobe gegen die USA ein Faustgefecht mit Alex Tuch. Nun hofft Mannheim, an seine zu dieser Saison wiedergefundene Heimstärke anzuknüpfen und die Serie auszugleichen, mit Fohrler im Aufgebot.
Martin Wimösterer