München fuhr einen wichtigen 5:2-Auswärtssieg in Mannheim ein und ging in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Führung.
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In den Viertelfinalspielen der PENNY DEL hat der EHC Red Bull München nach fünf Jahren wieder ein Match in Mannheim gewonnen. Durch das 5:2 in einem ruppigen Spiel mit ingesamt 103 Strafminuten gingen die Mannen von Don Jackson in der Serie mit 2:1 in Führung. Dank eines Overtime-Treffers von Youngster Marco Münzenberger beim 3:2-Erfolg in Bremerhaven führen die Kölner Haie derweil völlig überraschend mit 3:0 in der Serie, während die Straubing Tigers sich ein 2:1 in Berlin erkämpften und damit in der Serie auf 1:2 verkürzen konnten. Zum Abschluss triumphierte Nürnberg in einem wilden Match mit 6:5 nach Verlängerung in Ingolstadt – hier steht es nun nur noch 2:1 für die Panther.
In Mannheim erwischten die Gäste aus München den besseren Start. Ein Doppelschlag von Markus Eisenschmid und Yasin Ehliz sorgte für eine frühe 2:0-Führung. Die Adler konnten durch einen Rebound von Tom Kühnhackl verkürzen, doch der zuletzt gesperrte Chris DeSousa stellte in Torjägermanier aus kurzer Distanz auf 3:1 für die Red Bulls. Auch in der Folge blieb München am Drücker und erhöhte durch Ehliz und Tobi Rieder auf 5:1. Inzwischen hatte sich bei den Gastgebern Frust breit gemacht – so musste Luke Esposito nach einem Check gegen Konrad Abeltshauser vom Eis. Es folgte eine von Strafen und Faustkämpfen geprägte Schlussphase, in der Leon Gawanke noch zum 2:5-Endstand traf. Am Rande: Mit Playoff-Punkt Nummer 91 stellte Münchens Patrick Hager den Rekord von Patrick Reimer ein.
Kapitän Moritz Müller brachte Köln in Bremerhaven schon in Minute zwei auf das Scoreboard. Dem Routinier sprang die Scheibe an den Schlittschuh, von dort kullerte sie in den Pinguins-Kasten. Im zweiten Drittel erhöhten die Domstädter auf 2:0, als Marco Münzenberger einen Schuss von Adam Almquist erfolgreich abfälschte. Doch Bremerhaven gelang im Schlussabschnitt der Bltzstart: Miha Verlic fälschte Sekunden nach Drittelbeginn zum 1:2-Anschluss ab. In Überzahl markierte Phillip Bruggisser den Ausgleich für jetzt überlegene Hausherren. Bremerhaven war nun am Drücker, doch irgendwie retteten sich die Haie in die Verlängerung. Dort hatten die Nordseestädter die dicke Chance zur Entscheidung durch Verlic, aber Julius Hudacek hielt die Rheinländer mit einer Glanzparade am Leben. Es wurde kurios: Denn die Haie, die in der gesamten Hauptrunde keine einzige Overtime für sich hatten entscheiden können, jubelten im Gegenzug. Die Scheibe kam über Umwege zu Münzenberger – und der schoss Köln ins Glück. Die Haie führen in der Serie damit mit 3:0 und können bereits am Sonntag den Halbfinaleinzug klarmachen.
Nach torlosem Auftaktdrittel in Berlin markierte Liam Kirk nach Vorarbeit von Freddy Tiffels das 1:0 für die Eisbären. Doch die Tigers gaben nicht auf: Mike Connolly schickte die Scheibe im Schlussabschnitt zum 1:1 in den Winkel. Und es kam noch besser für die Niederbayern – Philip Samuelsson schoss Jonas Stettmer im Eisbären-Tor von hinten an und besorgte so das 2:1. Die Gäste retteten das Resultat mit viel Kampf über die Zeit und können nun Sonntag am Pulverturm die Serie ausgleichen.
Ein Torfestival erlebten die Zuschauer in Ingolstadt, wo sich die heimischen Panther und Nürnberg keinen Zentimeter Eis schenkten. Hin und her ging die Partie, bin zum Schlussdrittel führten die Ice Tigers mit 4:3 und hatten den ersten Seriensieg bereit vor Augen. Ein Doppelschlag im letzten Drittel durch Myles Powell und Wayne Simpson brachte dann die Hausherren scheinbar auf die Siegerstraße, doch Owen Headrick jagte den Puck in Überzahl zum 5:5 in den Winkel. In der Overtime avancierte Hayden Shaw dann zum Matchwinner für die Franken, als er die Scheibe bei auslaufender Strafzeit von Ingolstadt zum 6:5 ins Netz bugsierte.
André Schall