Im Fokus: das hitzige Duell zwischen den Ravensburg Towerstars und dem EV Landshut.
Foto: Kim Enderle
Die Viertelfinalserie zwischen dem EV Landshut und den Ravensburg Towerstars in der DEL2 steht für Härte, Physis, spielerische Klasse – und Spannung. Am besten lässt sich dies an den Zeitpunkten ablesen, zu denen die vier bisherigen Partien entschieden wurden. In Spiel 1 gab’s den Gamewinner von Tor Immo 59 Sekunden vor Schluss, Spiel 2 entschied EVL-Teamkollege David Stieler 103 Sekunden vor dem Ende. Die letzten beiden Duelle gingen gar in die Overtime, wo die Ravensburger Erik Karlsson (Spiel 3) und Mathew Santos (Spiel 4) das letzte Wort hatten. Eine womöglich über die volle Distanz gehende Serie war ohnehin die Prognose der Protagonisten aus beiden Lagern.
Vor allem nach der vierten Begegnung am Dienstag standen allerdings die Referees im Fokus. „Absolut traurig, was hier für eine Schiedsrichterleistung geboten wurde. Mir fehlen einfach die Worte. Ich wünsche mir, dass beide Hauptschiedsrichter sich das Spiel zu Hause nochmal anschauen. Aber nicht auf der Couch, sondern am Schreibtisch – und sich dann vielleicht nochmal selbst reflektieren“, schimpfte Landshuts Head Coach Heiko Vogler bei der Pressekonferenz. Für den größten Ärger hatte zuvor die umstrittene Stockschlag-Strafe gegen Nick Hutchison 49 Sekunden vor Schluss gesorgt. Nick Latta erzielte bei Sechs-gegen-vier in der letzten Sekunde das 2:2 – und Ravensburg gewann durch den Shorthander von Santos nach Verlängerung. Der Ausgleichstorschütze Latta bezeichnete Landshut zudem als „Truppe, die Schauspielerei betreibt.“ Vogler reagierte darauf mit den Worten: „Was der Nick Latta erzählt, interessiert mich absolut nicht die Bohne.“
Nicht zu vergessen: die Fehde der beiden Clubs geht schon zwei Jahre zurück. 2023 hatte sich Ravensburg in sieben ähnlich emotionalen und hitzigen Viertelfinalspielen gegen Landshut behauptet. Als sich damals mehrere EVL-Cracks verletzten, positionierte sich EVL-Boss Ralf Hantschke öffentlich gegen das „von den Schiedsrichtern unzureichend geahndete“ Verhalten des Gegners. Schade, dass das wirklich hochklassige und mitreißende On-Ice-Geschehen aktuell erneut in den Hintergrund zu geraten droht.
Während Kassel nach dem Sweep gegen Freiburg schon durch ist, ist mit Dresden (3:1-Serienführung gegen Rosenheim) ein weiterer Favorit auf Halbfinalkurs. Völlig offen ist derweil der Ausgang der Serie zwischen Krefeld und dem Überraschungsteam aus Weiden. Pinguine-Kapitän Alexander Weiß hatte schon vorab ein Duell über sechs oder sieben Spiele prognostiziert – und am Dienstag stellten die Blue Devils mit einem 4:2-Erfolg tatsächlich auf 2:2. „Ein kleines Zwischenziel haben wir erreicht: ein drittes Heimspiel“, stellte Weidens Trainer Sebastian Buchwieser am späten Dienstagabend fest und ergänzte: „Erst mal fahren wir frohen Mutes nach Krefeld und hoffen, dass da vielleicht was geht.“
In den Playdowns wird am Freitag derweil die erste Entscheidung fallen. Der Sieger der Partie Selb gegen Kaufbeuren hat den Klassenerhalt in der DEL2 sicher, der Verlierer muss den Gang in die 2. Playdown-Runde antreten. „Wenn wir das Puckglück wieder haben wollen, müssen wir härter und disziplinierter agieren. Das will ich am Freitag sehen“, forderte Wölfe-Trainer Craig Streu nach 2:6-Niederlage in Spiel 5. „Wir fahren mit einem guten Selbstvertrauen und gehobenen Köpfen nach Selb“, kündigte hingegen Kaufbeurens Trainer Leif Carlsson an. Aufgrund der 16 Punkte Vorsprung zum Ende der Hauptrunde würde Kaufbeuren der dritte Sieg in dieser Serie am Freitag ausreichen – Selb verpasste am Dienstag Erfolg Nummer vier und hat nun den zweiten Matchpuck im heimischen Stadion. Und vielleicht steht nach der Begegnung auch schon der nächste Playdown-Gegner des Verlierers fest. Mit einem Erfolg in Regensburg kann Crimmitschau am Freitag den DEL2-Verbleib fixieren – und die Eisbären in die zweite, entscheidende Abstiegsserie schicken.
Tim Heß